Städtisches Bestattungswesen Meißen

Krematorium Meißen · Bestattung Meißen · Bestattungsinstitut Meißen

Münzsammlung / Katalog

Spendenmünzen für den Feuerbestattungsverein Meißen VVaG

Die Krematoriumsmünzen mit Wertaufdruck

Die ersten Serien der Spendenmünzen für das Krematorium wurden als Muster mit den meisten Dekorvarianten hergestellt, um allen Vereinsmitgliedern die Auswahl zu erleichtern. Auf der Vorderseite der ersten Charge ist ein Kreuz dargestellt. Die Verwendung des Kreuzes stieß auf Ablehnung, da es Widerstände der Kirchen gegen die Feuerbestattung gab. Deswegen wurde das Kreuz in der ursprünglichen Gipsform aufgefüllt und stattdessen ein Stern für die nächste Serie herausgearbeitet. Bei genauer Betrachtung erkennt man, dass das Kreuz überputzt wurde. Später wurde der Stern verkleinert. Von dieser Variante gibt es nur Münzen ohne Vergoldung. Die Vereinsleitung legte letztendlich die Formen und Dekore fest, um daraufhin den Metallstempel zu bestellen.

Die Form für alle Mustermünzen war eine Gipsform. Gipsformen werden für Kleinserien benutzt. Diese Formen können im Gieß- aber auch im Pressverfahren eingesetzt werden. Die gegossenen Münzen sind dünner als die gepressten. Leider gibt es keine verlässlichen Aufzeichnungen über die Anzahl der hergestellten Mustermünzen. Es wird bei den drei Münzserien mit Wertaufdruck von maximal 150 Stück pro Form ausgegangen, die unterschiedlich dekoriert wurden. Der Durchmesser beträgt 42-44 mm bei den Steinzeugvarianten und 40 mm Durchmesser beim Biskuitporzellan. Zur damaligen Zeit wurde viel mit farbigen Massen experimentiert, sodass es auch Varianten (Steinzeug) mit dunklen Münzen gibt. Die Spendenmünzen sollten ursprünglich den Wertaufdruck 20 Mark erhalten. Insgesamt waren Einnahmen von 150.000 Reichsmark geplant. Das hätte für den Bau des Krematoriums ausgereicht. Die Inflation setze dem Ansinnen die Grenzen. Im Oktober 1921, dem 10. Gründungstag des Vereins, hatte die Reichsmark noch ein Hundertstel ihres Wertes vom August 1914. Ein Jahr später waren es nur noch ein Tausendstel. Von dem erwirtschafteten Geld wurden 1922 für 16 Milliarden Papiermark die Teile für einen Krematoriumsofen gekauft und eingelagert, bevor die Betriebskonten erschöpft waren.

Die Medaillen mit den Jahreszahlen 1911 – 1921 (ohne Wertaufdruck) wurden mit Metallstempeln hergestellt. In beiden Varianten (Böttgersteinzeug und Biskuitporzellan) wurden je 6500 Münzen geprägt, die teilweise unterschiedlich dekoriert waren. Die meisten Medaillen wurden ohne Dekor verkauft. Der Durchmesser wird mit 40-42 mm beim Steinzeug und mit 38 mm beim Porzellan angegeben. Die Hauptmerkmale zur Klassifizierung (v.l.n.r) sind das Kreuz, der lange Stern, der kleine Stern sowie der Unterschied zwischen Wertaufdruck oder Jahreszahl. Die Abstufungen zwischen den achtstrahligen Sternen sind teilweise schwer erkennbar, da sich die Gipsformen im Laufe der Zeit zusetzten.

Falschgeld im Krematorium

Auch wenn die Inflation eine Rolle spielte, berichtet die Betriebschronik, dass die Abrechnung des Münzengeschäfts „im Dunklen lag“. So gibt es eine mittlere Anzahl von Exemplaren mit abweichender Größe (bis 45 mm Durchmesser). Das untersetzt die damalige Vermutung, dass etwa 1000 Medaillen (insbesondere Böttgersteinzeug) mit einer unbekannten Gipsform hergestellt und privat verkauft wurden. Diese markanten Größenabweichungen lassen sich technologisch nicht anders begründen. Betrachtet man beide Exemplare genauer, erkennt man Unterschiede zwischen dem scharfkantigen Metallabdruck und den undeutlichen Kanten des sechseckig stilisierten Sarges bei den Gipsformvarianten.

Die erste Serie mit Kreuz und Wertaufdruck

Vorderseite Beschreibung Vorderseite Bild Rand Text Rückseite Bild Rückseite Beschreibung Katalogsystematisierung
In einem mit Doppellinien gebildeten rhombusförmigen Sechseck (Sarg) mit 4 verzierten Ecken die Kürschwerter, darin eine Urne mit lodernder Flamme, links und rechts ein Kreuz mit zwei diagonalen Strahlen und der Umschrift Feuerbestattungsverein Meißen und 20 M Phoenix aus der Flamme steigend. Am Rand 8 fünfeckige Sterne und 8 Flämmchen mit Urnen abwechselnd Böttgersteinzeug ohne Dekor FBV 01-01

Scheuch 374 a
Horn 1067
Roosbroeck 238 a
Ringleb 60.1.1
Vorderseite Beschreibung Vorderseite Bild Rand Rückseite Bild Rückseite Beschreibung Katalogsystematisierung
In einem mit Doppellinien gebildeten rhombusförmigen Sechseck (Sarg) mit 4 verzierten Ecken die Kürschwerter, darin eine Urne mit lodernder Flamme, links und rechts ein Kreuz mit 2 diagonalen Strahlen und der Umschrift Feuerbestattungsverein Meißen und 20 M Perlrand Phoenix aus der Flamme steigend. Am Rand 8 fünfeckige Sterne und 8 Flämmchen mit Urnen abwechselnd FBV 02-01

Scheuch 374 a
Horn 1068
Roosbroeck 238 e
Ringleb 60.1.5

Die zweite Serie

Vorderseite Beschreibung Vorderseite Bild Rand Rückseite Bild Rückseite Beschreibung Katalogsystematisierung
In einem mit Doppellinien gebildeten rhombusförmigen Sechseck (Sarg) mit 4 verzierten Ecken die Kürschwerter, darin eine Urne mit lodernder Flamme, links und rechts ein achtstrahliger Stern ca. 8 mm und der Umschrift Feuerbestattungsverein Meißen und 20 M Perlrand Phoenix aus der Flamme steigend. Am Rand 8 fünfeckige Sterne und 8 Flämmchen mit Urnen abwechselnd FBV 11-01

Scheuch 375 a
Horn 1069
Roosbroeck 239 a
Ringleb 60.2.1
Vorderseite Beschreibung Vorderseite Bild Rand Rückseite Bild Rückseite Beschreibung Katalogsystematisierung
In einem mit Doppellinien gebildeten rhombusförmigen Sechseck (Sarg) mit 4 verzierten Ecken die Kürschwerter, darin eine Urne mit lodernder Flamme, links und rechts ein achtstrahliger Stern ca. 8 mm und der Umschrift Feuerbestattungsverein Meißen und 20 M Perlrand Phoenix aus der Flamme steigend. Am Rand 8 fünfeckige Sterne und 8 Flämmchen mit Urnen abwechselnd FBV 12-01

Scheuch 375 m
Horn
Roosbroeck
Ringleb 60.2.7
Vorderseite Beschreibung Vorderseite Bild Rand Rückseite Bild Rückseite Beschreibung Katalogsystematisierung
In einem mit Doppellinien gebildeten rhombusförmigen Sechseck (Sarg) mit 4 verzierten Ecken die Kürschwerter, darin eine Urne mit lodernder Flamme, links und rechts ein achtstrahliger Stern ca. 8 mm und der Umschrift Feuerbestattungsverein Meißen und 20 M Perlrand Phoenix aus der Flamme steigend. Am Rand 8 fünfeckige Sterne und 8 Flämmchen mit Urnen abwechselnd FBV 13-01

Scheuch 375 n
Horn
Roosbroeck 239 d
Ringleb 60.2.9